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Angelika Lerch Erbach, 24.07.2018 Sprecherin des GEW-Kreisvorstandsteam Odenwaldkreis

Am Brühl 16 64711 Erbach


An den Hess. Kultusminister Herrn Alexander Lorz Luisenplatz 10

65185 Wiesbaden

Sehr geehrter Herr Kultusminister Lorz,

im Rahmen der hessenweiten GEW-Aktionstage „Bildung ist mehr wert!“ fand am 24.05.2018 auch in Michelstadt eine entsprechende Aktion statt. An diesem Tag nutzten viele Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie an Bildung Interessierte die Gelegenheit, die Missstände an den hiesigen Schulen zu benennen und Anregungen und Wünsche zu formulieren.

Es entstand eine ansehnliche Wimpelkette mit roten (Kritikpunkte) und weißen (Forderungen) Fahnen.

Die Ergebnisse möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Deshalb sende ich Ihnen heute einige Beispiele zu sowie eine Zusammenstellung der Wimpelaufschriften:

ROTE WIMPEL:

  • Immer mehr außerunterrichtliche Aufgaben

  • Inklusion zum Nulltarif

  • Inklusion ohne Fachpersonal ist ungenügend

  • Keine Koordinationsstunden für BFZ – Lehrerinnen und Klassenlehrerinnen

  • Deutliche Unterbesetzung des pädagogischen Personals im Hinblick auf Inklusion

  • Regelschullehrkräfte werden mit Inklusion alleine gelassen

  • Zu wenig Förderstunden für Schüler mit Handicaps

  • LASST Lehrer nicht mit Inklusionsaufgaben alleine – das haben wir nicht gelernt!

  • Unwürdige, marode Schulgebäude

  • Mangelhafte Ausstattung der Klassenräume, zu wenig Stühle, defekte Tische …

  • Sekundarstufenlehrer sind kein Fachpersonal für die Grundschulen

  • Keine Sonderschulaufgaben für Grundschullehrer

  • Ausbeutung der Teilzeitkräfte

  • Zu wenig Fachlehrer

  • Zu viel unnötige Bürokratie

  • Volle Stelle = 60 Wochenstd. und mehr, da kann man langfristig nicht gesund bleiben

  • Papiertiger werden in stundenlangen Konferenzen erzeugt > Nutzen?

  • Ständige Auflösung von Doppelsteckung für Vertretung – wer kümmert sich dann um die IB-Kinder

  • Zu große Klassen

  • Von 10 Schulleitungsstellen sind nur 4 besetzt (EGS Höchst)

  • Immer mehr Fristen, Bestimmungen, Gespräche und immer engere Zeitrahmenmangelnde Wertschätzung und Entlastung durch die Schulverwaltung

  • Aufgaben und Verantwortung werden zunehmend nach unten weitergegeben

  • Ständige Absprachen in Pausenzeiten – uns geht die Luft aus!

  • Hessen hat höchste Pflichtstd.zahl in der BRD

  • Arbeitsschutz, Schallschutz, Sanierungsstau – Lehrern und Kindern sausen die Ohren!

  • Gesund bleiben nur durch Std.reduzierung > Gehaltsverzicht

  • Ständiger Anstieg der Arbeitszeit durch immer mehr Aufgaben

  • Keine ausgebildeten Schulbegleiter verfügbar!

  • Ständige Verschriftlichung von allem als Zusatzaufgabe für Lehrer!

  • Technische Ausstattung der Fachräume ist ungenügend: z.T. total veraltete Geräte, Messgeräte oft defekt oder ungenau

  • Vermischung von Sach- und Beziehungsebene: Kritik unerwünscht, Missstände dürfen nicht angesprochen werden > Schulleiter nehmen dies als persönl. Kritik wahr

  • Einrichtung des Klassenzimmers und Schulmaterialien „privat“ finanzieren ….. oder man muss mit dem „Nötigsten“ klarkommen

  • Aufwendungen für Materialien aus dem eigenen Geldbeutel

  • Befristungsunwesen abschaffen, Menschen werden missbraucht!!!

  • Entlassungen vor den Ferien ist eine Schande!

  • WORK – LIFE – BALANCE völlig außer den Fugen!


WEIßE WIMPEL:

  • Fitte und gesunde Lehrer für guten Unterricht > Stundenreduzierung

  • Runter mit den Pflichtstunden!

  • Spürbare Entlastung für Zusatzaufgaben

  • Bessere Bezahlung für angestellte Lehrkräfte

  • Ausgebildete Vertretungslehrer, bitte!

  • Entlohnung für Zusatzaufgaben

  • Entlastung für zahlreiche nebenunterrichtliche Gespräche!

  • Entlastung für Schüler und Lehrer: Nur eine Pflichtklausur in kutzen Halbjahren!

  • Demokratische Erziehung braucht demokratische Strukturen in der Schule!

  • Wirkliche Ganztagsbetreuung und keine Mogelpackung

  • Fachkräfte auch in der päd. Betreuung

  • Beibehaltung des gut funktionierenden Odenwälder Förderschulmodells

  • Teamteaching in möglichst vielen Klassen!

  • Eine BFZ-Kraft stets vor Ort an jeder Schule!

  • BFZ-Kräfte, die sich auf eineSchule konzentrieren können, und nicht ständig auf dem „Sprung“ sein müssen

  • Mehr Deputate und Entlastungsstunden für inklusive Beschulung

  • Doppelbesetzung im Unterricht

  • Bei Stundenreduzierung auch anteilige Arbeit an Schulveranstaltungen, Konferenzen, Projektwochen, …

  • Moderne und angemessene Unterrichtsräume und Unterrichtsmittel

  • Bildung statt bomben! Leben ermöglichen, nicht vernichten!

  • Hessen zurück in die Tarifgemeinschaft der Ländedr!

  • Wertschätzung für die Arbeit der LehrerInnen von Politik und Verantwortlichen!

  • Pause muss Pause sein! Weniger Aufsicht, weniger Pflichtstunden > mehr Zeit für Absprachen am Nachmittag

  • Mehr Computerplätze, damit auch Einzelarbeit möglich ist

  • Deutliche Anhebung der Schuldeputate

  • Mehr Planstellen statt TVH-Verträgen

  • Konsequente Lehrerausbildung

  • 1 Förderplan im Schuljahr reicht!

  • Schulleitung, die sich auch mal für das Kollegium interessiert oder einsetzt anstatt immer mehr Arbeit zuzuteilen!

  • Fortbildung muss kostenlos sein

  • Musische Fächer, Kunst, Musik und Darstellendes Spiel in allen Jahrgangsstufen

  • Doppelbesetzung in musischen Fächern


Ich hoffe, Sie nehmen sich die Zeit, all die Statements zu lesen und sich mit den Realitäten vor Ort auseinanderzusetzen! Hier kommt sehr gut zum Ausdruck, mit welchen Problemen und Missständen die Lehrkräfte, das pädagogische Personal und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler zu kämpfen haben.


Mit freundlichen Grüßen



Angelika Lerch (für das Kreisvorstandsteam des GEW-Kreisverbandes im Odenwaldkreis)