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 Mitgliederversammlung

  des GEW Kreisverbandes Odenwaldkreis             

Das Kreisvorstands-Team (Harald Klein, Angelika Lerch und Mechtild Schneider) hatte alle Mitglieder der GEW im Odw. sowie interessierte Kolleginnen und Kollegen zur Versammlung geladen, um über die geplanten Einschränkungen (sprich: zu erwartender schlechter Tarifabschluss für die Landesangestellten, Nullrunde und Co für die LandesbeamtInnen, Verweigerung der Pflichtstd.reduzierung für alle) zu informieren und zu beratschlagen.

In ihrer Eröffnungsansprache stellte Angelika Lerch noch einmal klar heraus, dass es sich dabei um einen beispiellosen Abbau von Ressourcen im gesamten Öffentlichen Dienst handelt. Betroffen sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Bereiche Sicherheit, Gesundheitswesen, soziale und Bildungseinrichtungen u.a. des Landes Hessen. Als größter Arbeitgeber im ÖD greift das Land seinen eigenen Bediensteten trotz sprudelnder Steuereinnahmen in ungebührlicher Weise in die Tasche und treibt so die schlechte Versorgung öffentlicher und sozialer Aufgaben voran. Und das bei stetig wachsender Arbeitsverdichtung!

Nicht nur im Bereich der Bildung führen die ständig wachsenden Aufgaben zu immer mehr Belastung bis hin zur Überlastung. So haben auch jüngst im Odenwald Grundschulkollegien ihrer Not in einer Überlastungsanzeige an den Arbeitgeber Ausdruck gegeben (Stadtschule Michelstadt und Astrid-Lindgren-Schule in Erbach - siehe auch: Hauptseite dieser Homepage).

Die Reduzierung der Pflichtstundenzahl in Hessen ist längst überfällig, so die Sprecherin des KVo-Teams.

Jochen Nagel, der als Landesvorsitzender der Doppelspitze der GEW Hessen gekommen war, konnte das anhand von Statistiken untermauern: Hessen hat als einziges Bundesland nach wie vor die 42-Std.-Woche, entsprechend für den Lehrerbereich die höchsten Pflichtstd.zahlen! Im Grundschulbereich gar liegt die wöchentliche Arbeitszeit einer Lehrerin im Vergleich zu vor 100 Jahren bei 105 %, während insgesamt die Arbeitszeit im ÖD um 2/3 zurückgegangen ist. Auch bei der Besoldung schneidet Hessen (gemessen an der 40-Std.-Woche der anderen) mäßig bis schlecht ab. 

Mit der geplanten Nullrunde und darauffolgenden 1%-Gehaltserhöhung ist eine Reallohnsenkung im großen Stil im Gange, die die generelle Abwertung der Tätigkeit im Bildungsbereich im Visier hat, so Jochen Nagel. Die Bedeutung von Bildung in unserer Gesellschaft werde vom eigenen Arbeitgeber unterminiert (neben den ganzen Privatisierungstendenzen, die eh schon im Gange sind). Insgesamt werde der öffentliche Sektor ausgeblutet, die öffentliche Versorgung der Menschen schlechter, die zu zahlenden Gebühren steigend – das alles mit dem Argument der Schuldenbremse. „Wenn das Nationaleinkommen steigt, Löhne und Gehälter aber fallen, muss das Geld in andere Taschen fließen!“ Oder?!

Jochen Nagel weiter: „Da wird mit den Schwarzen Nullen koaliert, damit man die Schwarze Null legitimieren kann“ und den Sozialabbau vorantreiben kann.

Dem wird sich die GEW mit aller Kraft entgegenstellen. Dazu sind alle gefordert, sich zu beteiligen!!!

Vereinbart ist, gemeinsam mit den anderen ÖD-Gewerkschaften eine Protestaktion gegen diese „Operation Düstere Zukunft 2“ auf die Beine zu stellen (Mitte Juni).

Vorher sind zeitgleich zu den Tarifauseinandersetzungen für die Angestellten im ÖD Warnstreiks angedacht, um Druck zu machen für akzeptable Gehaltserhöhungen, Entgelttarife sowie Übertragung der Arbeitszeit (sprich 40-Std.-Woche) für die hessischen Angestellten. Anvisiert sind der 11.3. und Mitte April 2015. Die Beamtinnen und Beamten sind unbedingt zu Solidar- und Unterstützungsaktionen aufgerufen. Letztendlich geht es auch um ihre eigenen Interessen, denn die Verhandlungen zur Übertragung des Tarifergebnisses auf die BeamtInnen werden direkt folgen.

Bleibt die Landesregierung (bei einem evtl. erzielten Tarifergebnis) dennoch bei ihrer Verweigerungshaltung und geplanten Nullrunde, wird die GEW eine Mobilisierungskampagne mit der Forderung nach vollständiger Übertragung einschließlich der ausstehenden Arbeitszeitverkürzung starten. Mitte Juni könnte es dann zur eintägigen Arbeitsniederlegung, sprich: Streik, der verbeamteten Lehrkräfte kommen. Die anderen Gewerkschaften würden uns dabei mit dem Demonstrationstag - „Gegen die Operation Düstere Zukunft“ - unterstützen.

Nun ist es an euch, in den Kollegien zu informieren und zu diskutieren – am besten in Personalversammlungen, um Standpunkte dazu zu entwickeln. Die Resolution aller Personalräte vom 26.11.2014, die auch an alle Schulpersonalräte versandt worden ist, kann hilfreich sein (z.B. indem man sich ihr als PV anschließt oder eine ähnliche formuliert).

Vom Kreisvorstand bieten wir euch unsere Unterstützung an.

Für alle Lehrkräfte hier im Odenwald, die sich den Zielen und Protesten der GEW anschließen oder sogar verpflichtet fühlen, steht aller Voraussicht nach (außer die Tarif- und Übernahmeverhandlungen liefen für uns positiv ab, mehr als unwahrscheinlich!!!) folgender Plan an:

Am 11.März - als Angestellte (nur unbefristete) dem vorauss. Aufruf zum Warnstreik möglichst zahlreich nachkommen!

- als BeamtInnen „bereitstehen“ für Solidaraktionen oder selber welche entwickeln und öffentlich machen.

Vom KV aus stehen 2 große Transparente (im Sinne von: „Wir sind es wert! Kein Abbau im ÖD! Wir solidarisieren uns mit den streikenden Kolleginnen!“) zur Verfügung, die an 2 Schulstandorten ausgehängt werden sollen. Eine Kundgebung oder gemeinsame PV könnte sich anschließen.

An den Schulen könnten Koll. Fotos von sich machen mit einem leeren Platz für die/den streikende/n Koll. mit einem Plakat: „Unser/e Kollege/in streikt! Wir zeigen uns solidarisch!“ . Bitte öffentlich machen (Presse oder Homepage der GEW – Kontakt: Werner Ungrad - wungrad@mailbox.org)

Mitte April – s.o., evtl. zentrale Solidaraktion

Ab Mai voraussichtlich Start der Mobilisierungskampagne mit Arbeitsniederlegung der hess. BeamtInnen im Juni

Angelika Lerch (für das Kreisvorstands-Team)


Vortrag Jochen Nagel: kann man hier ansehen:    Tarifrunde 15

Einige Bilder: