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Prof. Dieter Katzenbach über ein nicht eingelöstes Versprechen:

INTEGRATION   -   INKLUSION   -   ILLUSION 

16 Jahre sind inzwischen vergangen, seit die Bundesregierung gemeinsam mit den Staaten der UNESCO Weltkonferenz „Pädagogik für besondere Bedürfnisse: Zugang und Qualität“ die Erklärung von Salamanca unterzeichnet hat.

Diese Erklärung fordert alle Regierungen auf, ihr Schulsystem so zu gestalten, dass Bildung für ALLE in inklusiven Schulen verwirklicht wird. Es geht dabei um das Recht aller Kinder – unabhängig von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft und von ihren persönlichen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen – voneinander und miteinander in einer „Schule für ALLE“ zu lernen.

Jetzt erst im Entwurf zur Neufassung des Hessischen Schulgesetzes (HSchG) findet dieser Auftrag seinen Niederschlag:  

1.Teil: Recht auf schulische Bildung und Auftrag der Schule

§ 3 Abs. 3: Grundsätze zur Verwirklichung

Die Schule darf keine Schülerin und keinen Schüler wegen seines Geschlechts, der Abstammung, der Sprache, der Heimat und Herkunft, einer Behinderung, der Rasse, des Glaubens und der religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligen oder bevorzugen.

Und weiter :

§ 54 Einschulung und Beschulung bei Anspruch auf sonderpäd. Förderung

Abs. 1 Schülerinnen und Schüler werden mit Beginn der Vollzeitschulpflicht  ... in die allgemeine Schule aufgenommen.

Abs. 2 Auf Antrag der Eltern kann die Aufnahme in die Förderschule erfolgen. .... 

Zum 31.12.2011 (die Terminsetzung 1.8.2011 wurde verschoben) soll das neue HSchG greifen, was weitreichende Auswirkungen auf die hessischen Schulen haben wird. „Endlich“ möchte man sagen, wenn da nicht die berechtigte Sorge wäre, dass dann auch die entsprechenden personellen und materiellen Ressourcen bereitzustellen wären. Davon allerdings ist nichts zu hören.  

Prof. Dieter Katzenbach, Dozent am Institut für Sonderpädagogik an der Universität in Frankfurt, beschäftigt sich schon lange mit dem Thema. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern und die Weiterentwicklung der Organisations-formen und der didaktischen Konzepte ist einer seiner Arbeitsschwerpunkte.

Zur Zeit begleitet und evaluiert er den Modellversuch „Begabungsgerechte Schule“ im Kreis Offenbach. 

Bei uns referiert er zum Thema: INTEGRATION  -   INKLUSION  -   ILLUSION

„Inclusion is the heart of our educational system“ 

Darüber gemeinsam nachzudenken war das Ziel unserer Veranstaltung mit Dieter Katzenbach „Integration – Inklusion – Illusion“ im Rahmen unserer Mitgliederversammlung am 15.2.2011 in der TLS in Michelstadt. Die Kernpunkte einer inklusiven Pädagogik sind nahezu unvereinbar mit einem Schulsystem, das auf Selektion setzt und in der Dreigliedrigkeit erstarrt ist. Die Neufassung des HSchG, das demnächst verabschiedet werden soll, mit seinen entsprechenden Vorgaben zur sonderpädagogischen Förderung („Ressourcenvorbehalt“ (§54), Erhalt des Doppelsystems Regelschule – Förderschule u.a.) hat nur wenig zu tun mit der inklusiven Schule. Ohne die Entwicklung der entsprechenden Rahmenbedingungen wie der Bereitstellung entsprechender Ressourcen können wir hier (leider) nicht weiterkommen.

Entsprechend sollten wir uns wehren gegen den vorliegenden Schulgesetzentwurf und uns für eine sachgerechte Umsetzung des Inklusionsgebots ohne Ressourcenvorbehalt einsetzen!

Der Allendorfer Appell, bei dem online oder per Unterschriftenliste unterzeichnet werden kann, ist eine Möglichkeit! 

Dazu:        http://allendorferappell.wordpress.com